Kunst im Schlosspark

Drei großartige Künstler stellen in diesem Jahr ihre Werke im Park von Schloss Wolfsgarten aus.

Die archaisch wirkenden Skulpturen von Alexander Heil haben als zentrales Thema die Bewegung. Seine figürlichen Arbeiten scheinen regelrecht davonzuspringen, seine abstrakten zu pulsieren. Wesentliche Bedeutung für den Künstler haben dabei die Haptik des Materials und die optische Verfremdung der Oberflächen. Alexander Heil lebt und arbeitet in der Millionenstadt Berlin und in einem kleinen Örtchen im Schweizer Kanton Tessin – im wildesten Tal der Schweiz. Aus diesem Spannungsfeld schöpft der gebürtige Frankfurter seine Inspiration. Seine kraftvollen Kunstwerke sind auf nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen – und nun auch im Park von Schloss Wolfsgarten. Die Wolfshütte wird von Alexander Heil zur Galerie gestaltet werden.

 

 

Die Werke Josef Langs haben einen unbestreitbaren Wiedererkennungswert: Mehrere Meter hoch, bevorzugt aus Eichenholz, mit der Kettensäge geformt, monochrom in starken Farben lasiert. Der Bildhauer, der 1947 in Bad Tölz geboren wurde, hat vor kurzer Zeit allerdings eine neue Arbeitsweise für sich entdeckt. Es handelt sich dabei nicht um Figuren, die aus einem einzigen Stück Holz bestehen, sondern um Versatzstücke, Fragmente. Hier sind die Nichtfarben Schwarz, Weiß und Grau bestimmend. Seine Arbeit an monumentalen Skulpturen ist dabei Voraussetzung für die Entstehung dieser Prägedrucke, Landschaften, Büsten, Figuren. Sie bestehen aus dem, was beim Bearbeiten des Stammes als Negativ abfällt.

 

 

Für Lydia Nüüd sind die Umgebung, der Raum, die spezifische Situation der Ausgangspunkt ihrer Installationen. Die Materialien dafür kommen aus der Natur. Dinge, die vertraut und dann doch völlig anders sind. Wie die Sisalkordel, aus der die in Estland geborene Künstlerin großformatige Objekte strickt. Wichtig ist ihr dabei immer der Aspekt des Prozesshaften – der Arbeitsprozess der Entstehung, der Prozess der Veränderung unter dem Einfluss der Umwelt. Und das subtile Spiel mit Sehgewohnheiten und Verhaltensmustern. Irritation macht sich breit, wenn aus Säulen, aus einem Stabilität und Sicherheit signalisierenden Architekturelement durch die Verwendung von Sisal ein heiterer und gleichzeitig fragiler, die ursprüngliche Situation infrage stellender Gegenstand wird.