Sempervivum-Experte auf dem Gartenfest

„Es gibt nichts, was nicht gesammelt wird“, erklärt Lüder Nobbmann, als er über das „Netzwerk Pflanzensammlungen“ berichtet. Der Sempervivium-Experte und Ehrenmedaillenträger des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) ist auf dem Fürstlichen Gartenfest zu Gast. Lange Jahre hat der 75-Jährige das Netzwerk als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Pflanzensammlungen und als Präsidiumsmitglied der DGG (Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V.) federführend betreut. Und immer noch, das merkt man deutlich, schlägt sein Herz dafür.

Das „Netzwerk Pflanzensammlungen“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zierpflanzensammlungen in Deutschland ausfindig zu machen, sie miteinander zu vernetzen und für gefährdete Sammlungen Paten zu suchen. Dabei dokumentiert es die Vielfalt der genetischen Ressourcen und sichert und bewahrt seltene Pflanzensammlungen auch für zukünftige Generationen. Das Netzwerk wurde durch die DGG aufgebaut und ist Teil der Deutschen Genbank Zierpflanzen. Seit Juni 2017 liegt die administrative Betreuung beim Bundessortenamt in Hannover. Langfristiges Ziel des Netzwerks ist es, bedeutsame Sammlungen in die Deutsche Genbank Zierpflanzen einzubinden.

Am Fürstlichen Gartenfest ist Lüder Nobbmann zusammen mit der Gesellschaft der Staudenfreunde auf den Koppeln (Stand K 04) präsent. Der Sempervivum-Experte bringt zahlreiche Exemplare seiner eigenen Sammlung mit. Diese umfasst, so sagt Nobbmann mit einem gewissen Stolz „1.800 Semperviva und dichte Verwandte“. Damit die Gartenfest-Besucher den Überblick behalten, wird er die einzelnen, zu kaufenden Pflanzen kennzeichnen, sodass auch der Laie erfährt, worum es sich handelt. Neben Sempervivium hat Nobbman auch eine Leidenschaft für Rehmannia, den chinesischen Fingerhut, entwickelt. Dieser ist „mit dem bei uns heimischen Fingerhut weder verwandt noch verschwägert“, so der Experte mit einem Augenzwinkern.

Bei der Suche nach Pflanzensammlungen und ihrem Erhalt spielt auch immer wieder der Zufall mit und spontanes und beherztes Engagement eine große Rolle. „Es ist eine spannende Aufgabe. Dabei imponieren mir vor allem die Menschen, die sich mit großer Leidenschaft dem Pflanzensammeln widmen“, resümiert Lüder Nobbmann das durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geförderte Projekt „Netzwerk Pflanzensammlungen“.