Skurrile Raritäten

Aurikeln wecken mit ihrer faszinierenden Vielfalt an Blütenfarben und -formen sowie ihren samtartigen, wie bemehlt wirkenden Blütenblättern seit Jahrhunderten die Sammelleidenschaft vieler Pflanzenfreunde. Sie gehören zur Gattung der Primeln und werden unterschieden in robuste Garten-Aurikeln und die bei Sammlern beliebten Schau-Aurikeln.

Vor rund 200 Jahren erreichte die Sammelleidenschaft einen Höhepunkt. Insbesondere in England besaßen viele Adlige und reiche Kaufleute große Aurikel-Sammlungen und zahlten für Exemplare mit außergewöhnlichen Blüten hohe Summen. Botanische Gesellschaften wie die „National Auricula and Primula Society“ und zahlreiche Amateurzüchter hielten die Leidenschaft am Leben, und so genießen Aurikeln auch im heutigen Großbritannien als Topfpflanzen großes Ansehen und haben eine beträchtliche Fangemeinde.

Aus Privatgärten großer, englischer Landhäuser und bei Präsentationen auf den großen Gartenfesten wie der Chelsea Flower Show sind Aurikeln nicht mehr wegzudenken. Nicht selten werden sie dabei in sogenannten Aurikeltheatern präsentiert, in denen die einzelnen, bepflanzten Töpfe die Ränge der meist schwarz gestrichenen und mit Vorhängen verzierten Stellagen wie Theaterbesucher bevölkern

Diese englische, etwas skurrile Leidenschaft präsentieren während des Fürstlichen Gartenfestes im ehemaligen Pferdestall von Schloss Fasanerie vier passionierte Aurikel-Sammlerinnen bzw. -Züchterinnen: INA TEN HOVE-JANSEMA, JULIA BOLDT, INES VOGT UND INA GEBHARDT. Sie zeigen dabei nicht nur ihre Pflanzenschätze, sondern teilen auch ihr umfassendes Wissen mit Interessierten. Zu sehen sind über 100 Pflanzen. Weitere Exponate rund um die Aurikeln ergänzen das „England-Feeling“: Tassen, Teller, Textilien, Bilder und Bücher rund um das Thema.

Vortrag „Das Aurikel-Einmaleins“: Die vier Aurikel-Sammlerinnen verraten Neulingen die wichtigsten Pflegetricks, außerdem Wissenswertes über Geschichte, Typenbestimmung, Vermehrung und die individuelle Auswahl passender Sorten.
16. und 17. Mai jeweils um 12.00 Uhr,
18. Mai um 13.00 Uhr